Therapie im Fokus

Locatorkonzept Blume outete sich als echter Fan von Locatorversorgungen für herausnehm- baren Zahnersatz. Auch bestehender Zahnersatz lasse sich auf diese Weise kostengünstig wieder in Funktion brin- gen, etwa wenn ein Patient den 7er verliert und bis zum 2er die Bezahnung fehlt, unterstrich er. Ganz wichtig: „Die Implantate müssen parallel stehen.“ iSy sei mit seinem aggressiven Gewinde perfekt für die Locatorversorgungen geeignet, gerade in Situationen, in de- nen die Implantate unter der Prothese transgingival einheilen. Das einfache Bohrprotokoll reduzie- re auch in diesen Fällen die Stuhlzeit deutlich. Das senke die Kosten, was ge- rade für diese Patientengruppe wichtig sei. Auch in der Kombination mit Tele- skopen – ob Galvanoteleskop oder her- kömmliches – sind Locatoraufbauten ein reizvolles Thema, findet Blume. Kühnöl schätzt iSy ebenfalls zur Zahn- ersatzversorgung älterer Patienten, die nicht dement sind (er betreut ein Pflegeheim und setzt vor Ort iSy-Im- plantate). Im Gegensatz zu ver- schraubten All-on-four-Konzepten, de- nen er skeptisch gegenübersteht, sei bei diesen Versorgungen auch die Hy- giene kein Problem, betonte er. System für Einsteiger Ja, nach Ansicht der Experten ist das iSy-Implantatsystem definitiv für Ein- steiger geeignet. Wer sich beim sub- gingivalen Vorgehen sicherer fühlt, kann auch die Vorzüge des iSy-Systems nutzen, spart aber dennoch Zeit und Kosten. In der transgingivalen Einhei- lung hat das Konzept aber seine größ- ten Stärken. Der Behandler muss aber einschät- zen können, für welche Situation sich die offene Einheilung anbietet. Die Grundregeln der Implantologie sollten deshalb „sitzen“, wie Moderator Sader, betonte. Auch während der OP ist ein „Um- switchen“ auf das gedeckte Einheilen möglich, wenn man zum Beispiel fest- stellt, dass die Primärstabilität nicht reicht, oder man wider Erwarten mehr augmentieren muss als angenommen. Dafür wird die Implantatbasis entfernt, mit einer Verschlusskappe erfolgt dann die gedeckte Einheilung. Das „Lösen der Schraube“ sollten Einsteiger am Modell üben, um sich daran zu gewöhnen. Navigiert versus analog Eine digitale 3D-Planung ist keines- wegs grundsätzlich ein Muss. Blume geht zum Beispiel analog vor, mit dem Aufstellen von Bohrhülsen. Dazu Kraus: „Das navigierte Vorgehen sug- geriert derzeit eine vermeintliche Si- cherheit.“ Extern gefertigte Bohr- schablonen seien auch ein Kostenfak- tor. Klenke fertigt in einigen Fällen auf den Planungsmodellen Tiefziehschie- nen mit Perforationen an der geplan- ten Implantatposition an, also Orien- tierungsschablonen, um die Implan- tatposition auf dem Kieferkamm zu markieren. Diese Tiefziehschienen kommen bei iSy-Sofortimplantationen zum Einsatz und wenn mehrere Im- plantate nebeneinander gesetzt wer- den. Auch Blume nutzt solche Orien- tierungsschablonen und navigiert nur bei großen Fällen. „Guided ist für gro- ße Arbeiten toll, im Gros der Fälle kann man darauf verzichten und sich analog sehr gut helfen“, urteilten Klenke, Kraus und Blume. Bei der Ein- schätzung, ob ein Implantat transgin- gival oder gedeckt einheilen kann, bringt das navigierte Vorgehen jeden- falls keine zusätzliche Erkenntnis, hieß es. Fazit Die Indikationsbreite wird durch ab- gespeckte, straffe Implantatkonzepte zwar nicht größer, aber man kann deutlich mehr Patienten erreichen. Entfielen – wie in Kühnöls volldigitali- sierter Praxis – die Kosten für die Zwi- schenschritte über Modelle, erweise sich iSy als superschnelles und günsti- ges System, mit dem sich neue Patien- tengruppen gewinnen lassen. In weni- ger als einer Stunde von der Planung über die OP bis zur Provisoriumsher- stellung – das sei sensationell und si- cherlich die Zukunft. iSy sei ein mo- dernes Implantatsystem für die digita- le Welt mit wissenschaftlich bestätig- ten biologischen Prinzipien, „ein Next-Generation-Implantat“, konsta- tierte die Runde. Video-Interviews mit allen Experten auf dental-online-college.com und dentalmagazin.de 8 THERAPIE im Fokus Impressum Verlag: Deutscher Ärzteverlag GmbH Dieselstraße 2, 50859 Köln Geschäftsführung: Jürgen Führer Telefon 02234 7011-0 (Zentrale) Autorin: Anne Barfuß Druckerei: L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG DruckMedien, Marktweg 42, 47608 Geldern Diese Sonderpublikation erscheint im Auftrag der CAMLOG Vertriebs GmbH Maybachstr. 5, 71299 Wimsheim Quelle: Roundtable-Diskussion am 26.09.2018 „iSy-Implantatkonzept“ im Universitätsklinikum Frankfurt a. M, Veranstalter: Deutscher Ärzteverlag GmbH Dieser Bericht spiegelt die persönliche und wissenschaftliche Meinung der Teilnehmer des Roundtable wider und erscheint außerhalb des Verantwortungsbereichs des Deutschen Ärzteverlags. „Die Indikationsbreite ist erweiterbar und jedem anderen System anzugleichen.“ Dr. Maximilian Blume

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